Die Berner Lauben sind sechs Kilometer überdachte Arkaden und gehören zum UNESCO-Welterbe. Über eine Million Menschen laufen jedes Jahr hindurch. Im Herbst 2024 haben wir alle 89 Geschäfte entlang dieser Lauben geprüft – nicht die Schaufenster, sondern die Websites. Das Ergebnis war eindeutig und ziemlich ernüchternd.
Nur 17 Prozent der Geschäfte hatten eine moderne, auffindbare Website. Die übrigen 83 Prozent erscheinen bei einer Suche wie «watch shop Bern old town» schlicht nicht. Darunter Läden, die es seit zweihundert Jahren gibt.
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Ein Geschäft an bester Lage zahlt Miete für Sichtbarkeit. Wer an den Lauben ein Ladenlokal führt, kauft sich damit die Aufmerksamkeit der Menschen, die vorbeigehen. Diese Rechnung funktioniert seit Jahrhunderten – sie berücksichtigt nur eine Gruppe nicht mehr: jene, die vorher recherchiert, wohin sie geht.
Ein Tourist aus den USA plant seinen Berner Tag nicht in der Altstadt, sondern im Hotelzimmer am Vorabend. Er sucht auf Englisch, auf dem Smartphone, nach Kategorien statt nach Namen – «watch shop», «chocolate», «souvenirs old town». Wenn Ihr Geschäft dabei nicht erscheint, existiert es für ihn nicht, unabhängig davon, wie gut das Schaufenster ist. Er läuft daran vorbei, weil er bereits weiss, wohin er geht.
Was die Zahlen für ein einzelnes Geschäft bedeuten
Rechnen wir es an einer vorsichtigen Annahme durch. Von den jährlich über einer Million Besuchern erreicht ein einzelnes Fachgeschäft nur einen Bruchteil. Nehmen wir an, drei Prozent der potenziell Interessierten liessen sich durch eine auffindbare Website tatsächlich in den Laden holen, bei einem mittleren Einkauf von 80 Franken.
| Position | Wert |
|---|---|
| Besucher der Berner Altstadt pro Jahr | über 1’000’000 |
| Davon potenziell für ein Fachgeschäft relevant | ca. 44’000 |
| Konversion durch Online-Sichtbarkeit (3 %) | ca. 1’320 Personen |
| Mittlerer Einkauf | CHF 80 |
| Zusätzlicher Jahresumsatz | ca. CHF 105’000 |
| Investition in eine Website | CHF 900 bis 1’400 |
Diese Zahl ist eine Modellrechnung und keine Zusage. Aber sie zeigt die Grössenordnung: Es geht nicht um ein paar verpasste Anfragen, sondern um einen erheblichen Teil des möglichen Geschäfts – bei einer Investition, die ungefähr einer Monatsmiete entspricht.

Was wir bei den 89 Geschäften konkret gesehen haben
Die Mängel verteilen sich nicht zufällig. Es sind immer wieder dieselben fünf, und sie treten meist gemeinsam auf.
Auffällig war: In den seltensten Fällen fehlte das Geld. Es fehlte die Einschätzung, dass die Website überhaupt etwas mit dem Ladengeschäft zu tun hat. «Wir leben von Laufkundschaft» war die häufigste Antwort – und sie stimmt sogar, nur wird ein wachsender Teil dieser Laufkundschaft online vorsortiert.
Mobile entscheidet, und zwar zuerst
73 Prozent aller lokalen Google-Suchen in der Schweiz kommen vom Smartphone (Statista, 2024). Bei Touristen in einer Altstadt dürfte der Anteil noch höher liegen, weil dort praktisch niemand mit einem Laptop unterwegs ist.
Warum das nicht nur ein Komfortthema ist, sondern direkt auf das Ranking wirkt, steht unter responsives Webdesign und SEO. Bei bildlastigen Ladenseiten ist die Ladezeit fast immer das erste, was wir in Ordnung bringen – und meist das Günstigste.
Ein Gegenbeispiel aus der Praxis
Dass sich das ändern lässt, zeigt die Buchhandlung Münstergasse. Vier Monate nach dem Relaunch verzeichnete sie 340 Prozent mehr Besucherinnen und Besucher pro Woche auf der Website. 67 Prozent davon kamen über Google, ein grosser Teil aus dem Ausland. Der Umsatz stieg um 28 Prozent.
340 Prozent mehr Website-Besucher in vier Monaten – bei einem Geschäft, das sich inhaltlich überhaupt nicht verändert hat.
Das Entscheidende daran: Am Sortiment, an der Lage und am Personal hat sich nichts geändert. Verändert hat sich ausschliesslich, ob das Geschäft gefunden wird, bevor jemand vor der Tür steht. Das ist die ganze Mechanik – und sie ist in jedem Laden an den Lauben reproduzierbar.

Die vier Dinge, die ein Berner Altstadtgeschäft online braucht
Englische Inhalte
Nicht die ganze Website, aber die Seiten, die zu einem Besuch führen: Was Sie führen, wo Sie sind, wann Sie offen haben. Der Aufwand ist überschaubar und der Effekt bei einem Publikum, das zu einem erheblichen Teil aus dem Ausland kommt, unmittelbar. Wie das technisch sauber aufgesetzt wird – hreflang, Sprachumschalter, getrennte SEO-Angaben – beschreiben wir am Beispiel zweisprachiger Websites für Zuger KMU; das Vorgehen ist dasselbe.
Mobile Performance
Wenn Ihre Seite auf dem Smartphone langsam ist oder nicht sauber umbricht, verlieren Sie die Besucher, bevor sie etwas gelesen haben. Komprimierte Bilder, ein ordentliches Hosting und ein schlankes Theme lösen das in den meisten Fällen ohne grossen Aufwand.
Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil
Für ein Ladengeschäft ist das Profil oft wichtiger als die Website selbst – es entscheidet über die Anzeige im Kartenausschnitt, und genau dort schauen Touristen zuerst. Öffnungszeiten, aktuelle Fotos, Kategorien und Bewertungen gehören gepflegt. Die Details dazu stehen unter lokale Sichtbarkeit für Schweizer KMU.
Suchbegriffe, wie Gäste sie eingeben
Niemand sucht nach Ihrem Firmennamen, wenn er ihn nicht kennt. Gesucht wird nach Kategorie und Ort, oft auf Englisch, oft mit Zusätzen wie «old town» oder «near me». Wer diese Begriffe auf seiner Seite gar nicht verwendet, kann für sie auch nicht erscheinen – das ist keine Frage des Budgets, sondern der Formulierung.
Was das kostet
Für ein Altstadtgeschäft mit vier bis sechs Seiten und einer englischen Version liegt der Rahmen bei uns zwischen rund CHF 900 und 1’400 – im Festpreis, ohne Stundensatz.
| Baustein | Preis |
|---|---|
| Basis-Setup (Startseite und Kontakt, mobil, nDSG-konform) | ab CHF 599 |
| Weitere Seiten (Sortiment, Über uns, Anfahrt) | CHF 100 pro Seite |
| Englische Version einrichten | CHF 200 einmalig |
| Seite in englischer Sprache befüllen | CHF 100 pro Seite |
Zum Vergleich: Diese Grössenordnung entspricht in etwa der Monatsmiete eines kleinen Ladenlokals an guter Lage – für eine Sichtbarkeit, die anders als das Schaufenster rund um die Uhr wirkt und auch dann, wenn der Laden geschlossen ist. Was Webdesign in der Schweiz sonst kostet und wie stark die Angebote auseinandergehen, zeigt unsere Preisstudie mit 40 angefragten Agenturen. Die vollständigen Konditionen für Bern stehen unter Webdesign Bern.
Der häufigste Einwand und was wir dazu sagen
«Unsere Kundschaft findet uns auch so.» Diesen Satz haben wir bei der Erhebung oft gehört, und er ist nicht falsch. Ein eingeführtes Geschäft an den Lauben hat Stammkundschaft, und die kommt unabhängig davon, was Google anzeigt.
Nur beschreibt der Satz die Vergangenheit. Stammkundschaft altert, und der Zuzug ersetzt sie nicht automatisch – wer neu nach Bern zieht oder als Gast kommt, hat keinen Grund, ausgerechnet Ihren Laden zu kennen. Für diese Gruppe ist die Suche der einzige Zugang. Die Frage ist deshalb nicht, ob die bestehende Kundschaft Sie findet, sondern woher die Kundschaft der nächsten zehn Jahre kommen soll.
Der zweite häufige Einwand betrifft den Aufwand: «Dafür haben wir keine Zeit.» Das ist berechtigt, aber es geht um weniger, als die meisten annehmen. Was ein Geschäft liefern muss, sind Angaben, die ohnehin bekannt sind – Sortiment, Öffnungszeiten, ein paar Fotos vom Laden. Der Rest ist Handwerk, das nicht im Geschäft stattfindet.
Ein realistischer Zeitplan
Für ein Altstadtgeschäft mit vier bis sechs Seiten sieht der Ablauf in der Regel so aus. Der grösste Faktor ist nicht die Technik, sondern wie schnell Fotos und Angaben vorliegen.
| Phase | Dauer | Was passiert |
|---|---|---|
| Briefing | 1 Tag | Sie schildern Sortiment und Zielgruppe, wir erstellen die verbindliche Offerte |
| Inhalte sammeln | 3–7 Tage | Fotos, Öffnungszeiten, Beschreibungstexte – meist der längste Teil |
| Aufbau | 5–7 Arbeitstage | Struktur, Gestaltung, technische SEO-Grundlage, mobile Optimierung |
| Englische Version | +2–3 Tage | Nur die Seiten, die zu einem Besuch führen |
| Google-Profil | parallel | Öffnungszeiten, Kategorien, Fotos – wirkt am schnellsten |
| Übergabe | Launch-Tag | Sämtliche Zugangsdaten für Hosting, WordPress und Domain |
Erste Bewegungen in der Sichtbarkeit sehen wir meist nach vier bis acht Wochen, deutliche Effekte nach drei bis sechs Monaten. Das Google-Unternehmensprofil wirkt schneller als die organischen Rankings – was der Grund ist, warum wir es immer zuerst in Ordnung bringen.
Häufige Fragen
Wie viele Geschäfte an den Berner Lauben haben eine moderne Website?
In unserer Erhebung vom Herbst 2024 waren es 17 Prozent der 89 geprüften Geschäfte. Die übrigen 83 Prozent hatten entweder gar keine Website oder eine, die bei relevanten Suchanfragen nicht erschien.
Lohnt sich eine Website, wenn ich vor allem von Laufkundschaft lebe?
Gerade dann. Ein wachsender Teil der Laufkundschaft entscheidet vor dem Losgehen, wohin sie geht – besonders bei Touristen, die ihren Tag am Vorabend planen. Die Website führt die Leute an Ihr Schaufenster, sie ersetzt es nicht.
Brauche ich englische Inhalte für ein Berner Ladengeschäft?
Wenn Sie in der Altstadt sind, ja. Ein erheblicher Teil der Besucher spricht kein Deutsch, und es sind oft die mit dem grössten Budget. Es genügen die Seiten, die zu einem Besuch führen – Sortiment, Lage, Öffnungszeiten.
Was ist wichtiger: die Website oder das Google-Unternehmensprofil?
Für ein Ladengeschäft mit fester Adresse ist das Profil oft der schnellere Hebel, weil es die Anzeige in der Karte steuert. Die beste Wirkung entsteht, wenn beides gepflegt ist und dieselben Angaben zeigt.
Was kostet eine Website für ein Altstadtgeschäft?
Bei vier bis sechs Seiten mit englischer Version liegt der Rahmen bei rund CHF 900 bis 1’400 zum Festpreis. Das Basis-Setup beginnt bei CHF 599, jede weitere Seite kostet CHF 100.
Wie lange dauert es, bis eine neue Website Wirkung zeigt?
Erste Bewegungen sehen wir meist nach vier bis acht Wochen, deutliche Effekte nach drei bis sechs Monaten. Das Google-Unternehmensprofil wirkt in der Regel schneller als die organischen Rankings.
Muss ich selbst Texte schreiben?
Sie liefern die Inhalte – was Sie führen, was Ihr Geschäft ausmacht, die Öffnungszeiten. Formulierung und Struktur übernehmen wir. Fotos mit einem modernen Smartphone genügen und wirken oft besser als Stockbilder.
Fazit
Die Lauben sind eine der besten Lagen der Schweiz. Genau das ist der Grund, warum die digitale Unsichtbarkeit so teuer ist: Der Aufwand, die Leute an den Laden zu bringen, ist bereits bezahlt – über die Miete. Es fehlt nur der Teil der Kundschaft, der den Weg vorher online sucht, und das ist der Teil, der jedes Jahr grösser wird.
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Geschäft heute gefunden wird, schauen wir uns das in einem kostenlosen Erstgespräch an. Wir sagen Ihnen auch, wenn wir keinen Handlungsbedarf sehen.
Hinweis: Die Erhebung umfasste alle 89 Geschäfte entlang der Berner Lauben und wurde im Herbst 2024 durchgeführt. Die Umsatzrechnung ist eine Modellrechnung; einzelne Ergebnisse können je nach Branche deutlich abweichen.



